
Lexikon der Fachbegriffe
- adjuvant
Zusätzlich. Unterstützende Behandlung zur Verbesserung der Prognose, wenn keine Tumorzellen mehr nachweisbar sind, aber die Wahrscheinlichkeit dafür relativ gross ist.
- Albinismus
Weisssucht. Erbliche Erkrankung mit teilweisem oder vollständigem Fehlen des Hautpigmentes, weissen Haaren und roten Augen.
- Antigen
Struktur, die vom Immunsystem als "fremd" erkannt wird
- Antikörper
Antikörper sind Eiweißmoleküle, die körperfremde und gegebenfalls auch körpereigene Strukturen als so genannte Antigene erkennen und sich an ihnen festheften. Sie haben eine wichtige Funktion bei der menschlichen Immunabwehr gegen Krankheitserreger. Treten sie mit einem fremden Antigen, beispielsweise auf der Oberfläche von Bakterien, in Kontakt, ist dies ein Signal für das Immunsystem. Abwehrzellen werden alamiert und weitere Mechanismen ausgelöst, die unerwünschte Eindringlinge unschädlich machen.
Monoklonale Antikörper sind Antikörper, die von einer auf einen einzigen B-Lymphozyten zurückgehenden Zelllinie (Zellklon) produziert werden und die sich gegen ein einzelnes Epitop richten. Eine physiologisch vorkommende Immunantwort gegen ein in den Körper eingedrungenes Antigen ist dagegen stets polyklonal und richtet sich z. B. gegen viele verschiedene Epitope auf einem Bakterium.
In der Diagnostik und Forschung spielen monoklonale Antikörper eine große Rolle, da sie mit hoher Spezifität verschiedenste Moleküle binden können. Die Bindung der Antikörper lässt sich dann mit unterschiedlichen Techniken nachweisen. Diese Antigen-Antikörper-Reaktion bildet die Grundlage für zahlreiche diagnostische Verfahren (z. B. Immunphänotypisierung, FACS, Immunhistologie, ELISA, ELISPOT, Radioimmunoassay und Western Blot). Viele der von monoklonalen Antikörpern erkannten Zelloberflächenantigene menschlicher Zellen werden in der CD-Nomenklatur klassifiziert.
Immer häufiger - aber immer noch hohe Wissenschaft - werden monoklonale Antikörper auch therapeutisch, z.B. in der Onkologie, Osteologie oder auch Rheumatologie eingesetzt.
Terminologie der monoklonalen Antikörper
Die internationalen Freinamen (INN) aller therapeutischer monoklonaler Antikörper tragen das Suffix „…mab“, was für „monoclonal antibody“ steht. Nach Ähnlichkeit zu den menschlichen Antikörpern unterscheidet man (in aufsteigender Reihenfolge):
murine Antikörper (von der Maus): Endung -omab
Antikörper vom Primaten: Endung -imab
chimäre Antikörper: Endung -ximab
humanisierte Antikörper: Endung -zumab
humane Antikörper: Endung -mumab- Basaliom
Der Basalzellenkrebs (ältere Bezeichnung: Basaliom; auch: weißer Hautkrebs ; Epithelioma basocellulare; engl.: basal cell carcinoma, baslioma, basal cell epithelioma) ist ein Tumor (Krebserkrankung) des Epithels der Haut. Die bevorzugten Auftrittsgebiete (Lokalisationen) sind meist der Sonne ausgesetzte Hautstellen (Nase, Gesicht, Stirn, Schläfe, Ohren). Er entwickelt sich aus den basalen Schichten der Epidermis und der Haarfollikel. Der Tumor wird als halbbösartig - semimaligne - bezeichnet, da er zwar wie ein bösartiger (maligner) Tumor das umliegende Gewebe schädigt und sogar Knochen infiltrieren kann, aber nur extrem selten (in 0,03%) Metastasen bildet.
- Biopsie
Probengewinnung aus einem Organ zur genauen Diagnose mittels anschliessender mikroskopischer (=histologischer) Untersuchung.
- Chemotherapie
Hemmung des Wachstums/Vermehrung von Tumorzellen im Körper durch Verwendung von Medikamenten.
- Haut
Die Haut setzt sich aus der Oberhaut (Epidermis), der Lederhaut (Corium) und der Unterhaut (Subcutis) zusammen. Die Oberhaut ist wiederum in Schichten gegliedert. In der untersten Schicht an der Grenze zur Lederhaut befinden sich die Basalzellen, die sich ständig teilen und in einer Zeitspanne von drei bis vier Wochen für die Erneuerung der Oberhaut sorgen: Dabei wandern die Zellen gemeinsam zur Hautoberfläche hin und ändern dabei ihr Aussehen und ihren Namen: Die Basalzellen werden zu Stachelzellen und dann zu Hornzellen, die schliesslich abschilfern. Die Hornschicht (Stratum corneum) ist die äusserste Begrenzung des Menschen zur Umwelt. Zwischen den Basalzellen befinden sich die Melanozyten. Diese grossen Zellen produzieren und speichern das gelbbraune Hautpigment Melanin. Mit ihren kleinen Armen (Dendriten) schleusen sie das Melanin in andere Hautzellen. Dunkelhäutige Menschen haben gleich viele Melanozyten in der Haut wie hellhäutige, sie produzieren jedoch mehr Melanin.
Die Lederhaut ist ein dichtes Gewebe. Verschiedene Fasern wie Kollagene und Elastine geben dieser Schicht die Elastizität. Hier finden wir auch diverse Zellen, Blutgefässe, Lymphgefässe, Nerven, Haarfollikel und Schweissdrüsen. Die Unterhaut besteht vorwiegend aus Fettgewebe, Nerven, Blutgefässen und lockerem Bindegewebe, welches die Haut mit den Muskeln und Knochen verbindet. Je nach Körperregion ist in der Unterhaut unterschiedlich viel Fettgewebe eingelagert. Die unterschiedliche Verteilung des Fettgewebes bei Mann und Frau ist u.a. ein sekundäres Geschlechtsmerkmal, das auf den ersten Blick eine Geschlechtsunterscheidung zulässt.- Humane Papillomviren (HPV)
Humane Papillomviren (HPV, auch humane Papillomaviren, engl. human papillomaviruses) bilden eine Gruppe von DNA-Viren, die in mittlerweile mehr als 100 verschiedene Typen eingeteilt werden. Die HPV infizieren Epithelzellen der Haut und verschiedener Schleimhäute und können bei den infizierten Zellen ein unkontrolliertes tumorartiges Wachstum hervorrufen. Diese Tumoren sind meist gutartig und führen zur Warzenbildung an der betroffenen Haut- oder Schleimhautstelle (dem Ort der Infektion).
Wenn die Infektion im Genital- oder Analbereich erfolgt (i. d. R. durch Geschlechtsverkehr), kommt es zur Bildung von Genitalwarzen (z. B. Feigwarzen).
Einige HPV-Typen können jedoch auch bösartige Veränderungen hervorrufen, insbesondere Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) bei Frauen. Vermutlich ist auch ein erheblicher Anteil der Scheiden-, Penis- und Anal-Karzinome Folge einer solchen HPV-Infektion.
Die durch Papillomviren verursachten Hautveränderungen sind häufig nicht mit bloßem Auge zu erkennen. Besondere Probleme stellen die durch die Viren verursachten Entartungen bei unkontrolliertem Wachstum dar, zum Beispiel wenn die Körperabwehr durch eine andere Erkrankung geschwächt ist.- Interferon
Interferon (IFN, von engl. to interfere eingreifen, sich einmischen) ist ein Protein oder Glykoprotein, das eine immunstimulierende, vor allem antivirale und antitumorale Wirkung entfaltet. Es wird als körpereigenes Gewebshormon in menschlichen und tierischen Zellen, v.a. von Leukozyten (weiße Blutkörperchen, z. B. T-Lymphozyten), Monozyten und Fibroblasten gebildet.
Interferone werden therapeutisch eingesetzt bei Hepatitis (B und C), verschiedenen Krebsarten (u.a. dem Malignen Melanom) und der Multiplen Sklerose.
In verschiedenen Studien konnte nachgewiesen werden, dass die Gabe von Interferon-alpha bei Melanom-Patienten mit einem erhöhten Metastasierungsrisiko zu einer Verlängerung des Überlebens führt. Die genaue Form der Interferon-Therapie muss mit dem behandelnden Arzt individuell besprochen werden.- Interleukine
Interleukine (IL-x) sind zu den Zytokinen zählende Peptidhormone, d. h. sie sind körpereigene Botenstoffe der Zellen des Immunsystems. Das Wort Interleukin kommt dabei aus dem Lateinischen: inter = zwischen und griechischen leukos = weiß. Sie vermitteln die Kommunikation zwischen Leukozyten, aber auch anderen an der Immunreaktion beteiligten Zellen (z. B. Makrophagen). Nach der Reihenfolge ihrer Entdeckung werden sie in mehrere Untergruppen unterteilt, die durch Zahlen gekennzeichnet werden (IL-1 bis IL-35; Stand November 2009).
Die Wirkung der Interleukine ist dabei höchst unterschiedlich. Während IL-2 von der T-Zelle ausgeschüttet wird und positiv auf das Wachstum dieser Zelle wirkt, hemmt IL-10 die Aktivität der Makrophagen und dämmt die Abwehrreaktion ein. Interleukine regen also spezifisch bestimmte Zellen des Immunsystems zu Wachstum, Reifung und Teilung an oder verhindern genau diese Prozesse der Aktivierung.
Interleukin-2 war das erste Interleukin, das 1976 entdeckt wurde. Es wird auch auch als T-Zell-Wachstumsfaktor (engl. T-cell growth factor, TCGF) bezeichnet. Unter dem Freinamen Aldesleukin ist es als rekombinant hergestellter Arzneistoff zur Behandlung des Nierenzellkarzinoms zugelassen und wird in Deutschland, Österreich und der Schweiz unter dem Handelsnamen Proleukin® (Hersteller: Novartis AG) vertrieben.
Aldesleukin wurde 1992 von der FDA für die Behandlung vom metastasierenden Nierenzellkarzinom zugelassen. 1998 wurde von der FDA die Zulassung zur Therapie des metastasierenden malignen Melanoms erteilt. Für diese Indikation ist es aber in der EU nicht zugelassen.- Karzinom
Geschwulst, die aus Deckgewebe (Epithel) entsteht. Karzinome besitzen viele, hinsichtlich des Gewebeaufbaus und des Wachstums unterscheidbare Formen (z.B. Adenokarzinom = von Drüsen ausgehend, Plattenepithelkarzinom = von Plattenepithel tragenden Schleimhäuten ausgehend).
- Leberflecke
Leberfleck ist die umgangssprachliche Bezeichnung für gutartige Wucherungen von pigmentbildenden Zellen der Haut und entspricht in etwa dem Fachausdruck Pigmentnävus. Muttermal wird manchmal als Synonym verwendet, entspricht aber eher dem übergeordneten Fachausdruck Nävus.
Wie viele Leberflecke darf ich eigentlich haben? Was gilt als normal?
Im Durchschnitt hat der Mensch 15 bis 20 Pigmentmale. Ab 50 dieser Hautmale steigt die Gefahr, am Schwarzen Hautkrebs zu erkranken, dann deutlich an. Menschen mit mehr als 100 Leberflecken, vor allem wenn diese ungewöhnliche Größen oder Formen aufweisen, haben sogar ein 50-fach höheres Erkrankungsrisiko als Menschen ohne diese Male.- Liposarkom
Krebserkrankung, die von Zellen des Fettgewebes ausgeht
- Lokalrezidiv
Erneutes Auftreten des Tumors an einer zuvor behandelten Stelle
- Lymphknoten
linsengrosses Organ zur Aufnahme und Filterung der Lymphe. Wichtiger Teil des Immunsystems, z.B. bei Allergien, Infektionen und Krebs.
- Melanozyten
pigmentbildende Zellen; kommen in Haut, Schleimhäuten und am Auge vor.
- Metastase
Absiedelung, Tochtergeschwulst. Verschleppung von Krebszellen via Lymphe oder Blutbahn in andere Organe.
- MRT
Bildgebendes Untersuchungsverfahren ohne Strahlenbelastung; Herstellung von Schnittbildern des menschlichen Körpers. Dem Verfahren liegen Wellen zugrunde, die von den körpereigenen Atomen nach Ausrichtung in einem magnetischen Feld ausgesandt werden.
- Mutation
Veränderung eines Gens. Kann zu veränderten Eigenschaften der Zelle führen.
- Myom
Ein Myom ist ein gutartiger Muskeltumor. Je nach dem Ursprung der Myomzellen werden die Myome noch unterschieden in:
- Leiomyom, Myoma levicellulare (lat. levis glatt, cellula Zelle), dieses besteht aus glatten Muskelfasern und bildet scharf abgesetzte, oft gelappte Geschwülste. Im klinischen Sprachgebrauch wird dieser Tumor als Myom bezeichnet und ist der häufigste gutartige Gebärmuttertumor
- Fibromyome enthalten neben den Muskelfasern noch reichlich Bindegewebe.
- Adenomyome enthalten neben Muskelzellen auch Drüsenzellen, die im Falle eines Gebärmuttermyoms embryonale Reste des Wolff'schen Ganges sein können
- Rhabdomyom: Myoma striocellulare (gr. rhabdos Streif) besteht aus quergestreiften Muskelfasern der Herzmuskel- beziehungsweise Skelettmuskelzellen
Die bösartige Form eines Muskeltumors wird als Myosarkom bezeichnet.
- Nävus
Nävus ist die allgemeine Bezeichnung für eine umschriebene, gutartige Fehlbildung der Haut oder Schleimhaut, bei der normale Zellen oder Gewebe vermehrt, vermindert oder etwas ungleichmäßig vorkommen.
Die häufigsten davon sind die bräunlich eingefärbten Nävi der pigmentbildenden Zellen (Pigmentnävi), die durch umgangssprachliche Begriffe wie „Muttermal“ oder „Leberfleck“ weitläufig bekannt sind. Sie stellen aber nur eine bestimmte Unterart der Nävi dar, jeder Nävus kann aber auch als „Muttermal“ bezeichnet werden.
Es gibt noch viele andere, seltenere Arten von Nävi, die nicht aus pigmentbildenden Melanozyten oder Nävuszellen bestehen, sondern aus Blutgefäßzellen, Bindegewebszellen, Drüsenzellen oder sonstigen Zellen, und dementsprechend einen völlig anderen Aspekt haben.- Prognose
Vorhersage des Krankheitsverlaufs, manchmal auch als Wahrscheinlichkeit in Prozent angegeben.
- Prävention
Vorsorge / Vorkehrungen zur Verhinderung von Krankheiten, resp. Erhaltung der Gesundheit.
- Radiologie
Strahlenkunde. Dazu gehört u.a. Röntgen, Ultraschall, Computertomografie, Magnetresonanz und Bestrahlung
- TNM-System
Um Untersuchungs- und Forschungsergebnisse zu Krebserkrankungen besser miteinander vergleichen zu können, haben Ärzte und Wissenschaftler international gültige Regeln vereinbart, nach denen sie bösartige Tumoren hinsichtlich ihrer anatomischen Ausbreitung klassifizieren und verschiedenen Stadien zuordnen.
Das inzwischen am weitesten verbreitete Verfahren zur Tumorklassifikation ist das TNM-System (für engl. "tumor", "node", "metastasis"). Ein Codesystem aus Buchstaben und Zahlen steht dabei für bestimmte Merkmale wie zum Beispiel den Primärtumor (T), das Fehlen oder Vorhandensein von Lymphknotenmetastasen (N) oder das Vorhandensein von Fernmetastasen (M). So kann zum Beispiel ein Hausarzt aus dem Befundbericht einer Klinik schnell und eindeutig die wichtigsten Angaben über das Ausmaß der Tumorerkrankung seines Patienten entnehmen.
Die UICC (Union Internationale contre le Cancer, Internationale Vereinigung gegen Krebs, www.uicc.org) legte in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts die Kriterien für diese Einteilung fest und hat sie zwischenzeitlich mehrfach ergänzt und aktualisiert.- Ulzeration
Entwicklung eines Geschwüres, nicht heilende Wunde
- Vererbung
Es gibt Familien, in denen gehäuft Melanome auftreten. Eine solche genetische Veranlagung liegt bei zirka fünf Prozent aller Erkrankten vor. Wer Verwandte ersten Grades hat, die am Schwarzen Hautkrebs erkrankt sind, hat daher ein fünfmal höheres Risiko, selbst zu erkranken. Es gibt allerdings nicht das eine Melanom-Gen, sondern verschiedene Gene spielen eine Rolle bei der Entstehung des Schwarzen Hautkrebses.
- Viren
Sammelbezeichnung für bestimmte Krankheitserreger, die sich nicht selbständig vermehren können, sondern dafür eine Wirtszelle benötigen.







