19.09.2011

Europäische Hautkrebsstiftung warnt vor Bagatellisierung

Aktuelle Ergebnisse einer Studie der Europäischen Initiative zur Prävention von Hautkrebserkrankungen „EPIDERM“ zeigen jetzt, dass die Zahl der Krankheitsfälle von Hellem Hautkrebs in Europa um 30 Prozent höher ist als bisher angenommen.


Berlin, den 13. September 2011 Aktuelle Ergebnisse einer Studie der Europäischen Initiative zur Prävention von Hautkrebserkrankungen „EPIDERM“ zeigen jetzt, dass die Zahl der Krankheitsfälle von Hellem Hautkrebs in Europa um 30 Prozent höher ist als bisher angenommen. Damit ist der Helle Hautkrebs die häufigsten Krebsart in der weißen Weltbevölkerung. Allein in Deutschland steigt die Zahl der Neuerkrankungen jährlich um rund fünf bis sieben Prozent. Das entspricht rund 250.000 Neuerkrankungen pro Jahr.

„Die Belastungen für die Patienten und das Gesundheitssystem wurden bisher aufgrund der unzureichenden Datenlage massiv unterschätzt“, erklärt Professor Eggert Stockfleth, Leiter der Europäischen Hautkrebsstiftung – ESCF. „Um Hautkrebs überhaupt europaweit bekämpfen zu können, benötigen wir jetzt dringend neue Strategien für die öffentliche Gesundheit. Die Menschen brauchen Aufklärung und Zugang zu einer optimale Therapie“, so der Professor weiter.

Die Daten der Studienauswertung von „EPIDERM“ sollen jetzt zur Entwicklung von Präventionsprogrammen und Strategien zur Risikominderung genutzt werden. Hierzu wird die Stiftung noch in diesem Jahr mit der Ausbildung von Hautärzten aus allen europäischen Ländern beginnen. Nach dem Schneeballsystem werden diese wiederum Ärzte im eigenen Land zum Thema Hellen Hautkrebs schulen.

Die Früherkennung des Hellen Hautkrebses ist eine der wichtigsten Aufgaben, die sich den Hautärzten jetzt stellt. Rund 13 Millionen Menschen in Deutschland haben in den vergangenen zwei Jahren am Hautkrebsscreening teilgenommen. Deutschland ist aber bisher das einzige Land, das Hautkrebsvorsorge als Regelleistung der gesetzlichen Krankenkassen anbietet. Das Hautkrebsscreening verbessert Prognosen durch Früherkennung, vermeidet viele aufwendige Operationen und senkt damit die Kosten im Gesundheitssystem. Das Wichtigste aber ist, dass die Sterblichkeit an Hautkrebs sinkt und somit viele Menschenleben gerettet werden können.

Die einzigen Krebsformen, die sich sichtbar vor den Augen der Menschen entwickeln, sind die Krebserkrankungen der Haut. Dies sind der Helle Hautkrebs (Basalzellkrebs und Stachelzellkrebs) und der bösartige schwarze Hautkrebs (Melanom). Das Auftreten an lichtexponierten Körperstellen wie Kopf, Gesicht, Lippen, Hände und Unterarme verrät den Hauptauslöser dieser Krebsformen: das ultraviolette Licht der Sonne. Die ultravioletten Strahlungen regen die Pigmentbildung an. Dadurch entsteht zunächst ein natürlicher Hautschutz mit Bräunungseffekt, der uns, je nach Hauttyp, für eine gewisse Zeit vor Sonnenbrand bewahrt.

Die heute bei vielen Menschen beliebten Outdoor - Aktivitäten, die Reiselust in südliche Länder sowie der Wunsch nach „gesunder“ Bräune führen zu einer steigenden UV-Exposition bei  empfindlicher oder nicht an die Sonne gewöhnter Haut. Die Ozonschicht, die die Erde vor den schädlichen ultravioletten Strahlen schützt, war erstmals in diesem Jahr um 40 Prozent dünner als je zuvor. Die Strahlung, die die Menschen unter dem Ozonloch erwartet, entspricht einer regelmäßigen Sonnenbelastung wie im Hochsommer. Ein rechtzeitiger und guter Sonnenschutz ist also unabdingbar.

Deshalb hat es sich die Europäische Hautkrebssstiftung zur Aufgabe gemacht, das Bewusstsein für Hautkrebserkrankungen zu steigern.

Quelle: ESCF – Europäische Hautkrebsstiftung


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